• Podiumsdiskussion «Erneuerbare Energien in Russland und Deutschland»

    Unter dem Titel „Erneuerbare Energien in Russland und Deutschland. Potenziale und Schwierigkeiten“ luden der Deutsch-Russische Austausch (DRA) und das Russisch-Deutsche Büro für Umweltinformation (RNEI) am 21.05.2013 zur Präsentation des zweiten Bandes der von ihnen herausgegebenen Monitoring-Reihe „Klimaschutz und Menschenrechte“ in die Räume des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung (EWDE) in Berlin ein.

    Zu diesem Thema debattierten PD Dr. Lutz Mez (Forschungszentrum für Umweltpolitik an der FU Berlin und Koordinator des Berlin Centre for Caspian Region Studies der FU), sowie Angelina Davydova (Direktorin von RNEI und Journalistin), die als Autor bzw. Redakteurin am Monitoring-Band mitgewirkt haben. Die Moderation hatte Oldag Caspar, Referent für Klimaaußenpolitik bei Germanwatch.


    (von links nach rechts: Angelina Davydova, Oldag Caspar, Lutz Mez)

    Nur ein Expertenkreis für die Energiewende?

    Im Zentrum der Diskussion stand die aktuelle Situation bezüglich der derzeitigen Nutzung und der Möglichkeiten des weiteren Ausbaus alternativer Energieträger (Wind, Sonne, Wasser, Biomasse) in beiden Ländern, über welche die Diskutanten in eigenen Kurzvorträgen, im gemeinsamen Gespräch, aber auch im Gespräch mit dem Publikum einen detaillierten Überblick geben konnten. Daran anknüpfend wurde auch die Frage aufgeworfen, inwiefern und von wem Erneuerbare Energien in der Gesellschaft diskutiert werden.

    Während die Energiewende in Deutschland zum Regierungsprogramm gehört und sowohl ein Großteil der Bevölkerung als auch der Medien dahingehend sensibilisiert ist, so spielt das Thema in Russland im öffentlichen Bereich eine seit 2009 zwar zunehmende, letztlich aber dennoch nur geringe Rolle. Hier ist es in erster Linie ein kleiner Kreis an Experten, NGOs und einiger weniger Umweltjournalisten, die sich dieses Themas annehmen. Frau Davydova hob diesbezüglich eines der Hauptziele in der Arbeit des RNEI hervor, eben diese interessierten Kreise zu erweitern und national und international stärker zu vernetzen.

    Welche Chancen hat die deutsch-russische Kooperation?

    Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion aufgegriffen wurde, war die gegenseitige Wahrnehmung Russlands und Deutschlands hinsichtlich ihrer jeweiligen Umweltpolitik und damit zusammenhängend die Frage nach den Ergebnissen bisheriger und den Erfolgschancen zukünftiger Kooperationen auf diesem Gebiet. So wurde darauf verwiesen, dass zum einen Deutschland im Bereich der Umweltfragen in Russland als eine der stärksten Stimmen wahrgenommen wird (Davydova), dass sich zum anderen die deutsche Seite bezüglich der Entwicklungen in Russland mitunter jedoch relativ desillusioniert gibt (Mez).

    Übereinstimmung herrschte dennoch dahingehend, wie Oldag Caspar es als Fazit in seinem Schlusswort festhalten konnte, dass ein Informationsaustausch zwischen beiden Ländern auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien von größter Wichtigkeit ist und das dabei von deutscher Seite nicht zuletzt auch etwas mehr Geduld angebracht wäre, da hinter der Energiewende ebenfalls ein längerer politischer und gesellschaftlicher Entwicklungsprozess steht.

    Materialien: