• RNEI-Projektleiterin Judith Kiss bei Deutsch-Russischen Umwelttagen am 22./23.10. in Kaliningrad

    by  • 23. Oktober 2015 • RNEI

    Vom 22. bis 23. Oktober 2015 fanden in Kaliningrad zum zwölften Mal die Deutsch-Russischen Umwelttage statt. Auf Einladung des Umweltbundesamtes der BRD und der Regierung des Kaliningrader Gebietes der RF trafen sich Fachleute aus Deutschland und Russland (mehrheitlich aus dem Gebiet Kaliningrad), um sich über aktuelle Entwicklungen, Planungen und Diskussionen in verschiedenen Umweltbereichen auszutauschen und eventuelle Kooperationsfelder herauszuarbeiten. In diesem Jahr standen die folgenden Themenfelder im Fokus: ‚Ökotourismus und Naturschutz‘, ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung und Umweltinformation‘ sowie ‚Aktuelle Technologien zur Energieeinsparung und zu erneuerbaren Energien‘. Der DRA e.V. war durch Judith Kiss, Leiterin des Umwelt- und Klimaschutzprogramms, im Fachseminar ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung und Umweltinformation‘ vertreten. Auf welche Weise zivilgesellschaftliche Akteure und Verwaltung im Bereich der Umweltinformation zusammenarbeiten können, war eine zentrale Frage der Arbeitsgruppe. Während in Deutschland seit einigen Jahren eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung bei öffentlichen Vorhaben diskutiert und ausprobiert werden, scheint in Russland die Intensivierung der Bürgerbeteiligung bisher einseitig von Teilen der Gesellschaft erwünscht. Die Kaliningrader Gebietsverwaltung wünscht sich zwar ein besseres Verhältnis zur Gesellschaft, sieht sich selbst aber nicht in der Rolle, diese Beziehung durch Neugestaltung von Vorschriften und Verfahren hin zu mehr Vertrauen und Partnerschaft zu verändern. Aus den Beiträgen der TeilnehmerInnen dieser Arbeitsgruppe wurde zudem auch deutlich, dass nachhaltige Entwicklung sowohl in Russland als auch Deutschland in der formalen und nicht-formalen Bildung immer bedeutender wird. Der Ansatz, nachhaltige Entwicklung über reine Umweltbildung hinaus in die Bildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu integrieren, stellt eine große Herausforderung dar: So müssen Zusammenhänge zwischen verschiedenen Bereichen der Gesellschaft (Kultur, Umwelt/Natur, Wirtschaft, Soziales) von der lokalen bis zur globalen Ebene betrachtet und vermittelt werden. Beispielsweise kann bereits mit Kindergartenkindern das Frühstück aus der Perspektive der nachhaltigen Entwicklung betrachtet werden: welche Zutaten hat das Frühstück? Welchen Weg haben die Zutaten bis zum Teller genommen? Wieviel kostet das Frühstück und wieviel Energie wurde für seine Herstellung verbraucht? In diesem Sinne schlägt Prof. Dr. Stoltenberg (Seniorprofessorin für Nachhaltigkeitsforschung an der Leuphana Universität Lüneburg) neue Formen der Bildung vor: statt Nachhaltigkeit in bisher bestehende Lehrfächer zu integrieren, sollten reale Probleme unserer heutigen Welt zum Gegenstand des Unterrichts werden – der globale Kreislauf eines Frühstücks könnte beispielsweise über die Vermittlung von Wissen aus der Biologie, Geografie, Wirtschaft, Politik etc. verständlich gemacht werden. Erstaunlich waren die Ergebnisse der Arbeitsgruppe ‚Aktuelle Technologien zur Energieeinsparung und zu erneuerbaren Energien‘. Die Experten dieser Arbeitsgruppe attestierten ein immenses Potential für den Einsatz Erneuerbarer Energien im Kaliningrader Gebiet und demnach eine sehr gute Grundlage für die deutsch-russische Zusammenarbeit in diesem Bereich. Weitere Infos: http://www.umweltbundesamt.de/deutsch-russische-umwelttage-0.