• Am 11. und 12. April fand die erste Internationale Jugendumweltkonferenz „Umwelt macht Schule“ statt

    by  • 5. April 2015 • RNEI

    Ungeachtet dessen, dass die Umweltverschmutzung in einigen postkommunistischen Ländern katastrophale Ausmaße erreicht hat, fehlt bei einem Großteil der Gesellschaft weiterhin ein Umweltbewusstsein. Allerdings versuchen immer häufiger aktive Bürger, private Unternehmen und einzelne Gemeinden die Zustände in Städten und Gemeinden zu verbessern. Um junge Menschen in Russland, der Ukraine, Weißrussland, Kasachstan und Georgien für den Umweltschutz zu gewinnen, veranstaltete das Goethe-Institut den Wettbewerb „Umwelt macht Schule“. Der Wettbewerb fand im Rahmen des Jahres der deutschen Sprache und Literatur in Russland 2014/15 statt.

    SchülerInnen von der siebten bis zur zehnten Klasse sollten zunächst die Umweltprobleme in ihrer Stadt, Straße oder in der Schule erforschen. Zusammen mit Deutschlehrern und Lehrern anderer Fächer stellten die Schüler ihre Lösungen für aktuelle Umweltprobleme anschließend vor und führten spezifische Aktionen zur Umsetzung der Lösungen durch.

    Zum Abschluss des Wettbewerbs durften etwa 70 junge ForscherInnen aus fünf Ländern Osteuropas und Zentralasiens am 11. und 12. April 2015 an der Internationalen Jugendumweltkonferenz in Moskau teilnehmen, um ihre Projekte vorzustellen und über Umweltprobleme zu diskutieren. Zusammen mit deutschen und russischen ÖkologInnen sowie WissenschaftlerInnen aus führenden Universitäten und Forschungsinstituten beschäftigten sich die SchülerInnen mit Fragen einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung und präsentierten ihre Lösungen für Umweltprobleme in ihren Städten und Gemeinden. Am Ende der Konferenz stellten die Teilnehmer ein gemeinsam erarbeitetes Umweltmanifest vor.

    Verantwortung für das Leben um uns

    „Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt begeistert die Idee des Umweltschutzes, sobald sie sehen und verstehen, dass es um ihre Gegenwart und Zukunft geht. Im Projekt „Umwelt macht Schule“ übernehmen viele SchülerInnen zum ersten Mal Verantwortung für das Leben und die Natur in der Nähe ihres Hauses, „- sagt Anna-Renate Schönhagen, Leiterin der Sprachabteilung des Goethe-Instituts in Moskau und der Region Osteuropa und Zentralasien. Im Jahr 2011 hat sie das Jugend-Umweltprojekt „Greening mit Goethe“ in Indien durchgeführt. Damals inspirierte Frau Schönhagen die Begeisterung der Teilnehmer sowie die Möglichkeit, einen persönlichen Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten, dazu, das Projekt weiterzuführen.

    Die Idee fand auch in den Ländern Osteuropas und Zentralasiens Anklang: Am Wettbewerb nahmen 216 Schulteams teil, davon 188 aus Russland. 63 Projekte waren der Verbesserung der Qualität von Luft und Wasser gewidmet, in 42 Projekten beschäftigen sich junge Umweltaktivisten mit dem Schutz von Flora und Fauna und in 38 Projekte befassten sie sich mit der Wiederaufbereitung und Nutzung von Müll und Abfällen. Andere Arbeitsgruppen bemühten sich um Lösungen zur Senkung des Energieverbrauchs, der Verbesserung der Gesundheit und der Lebensmittelqualität. Eine der Aufgaben des Wettbewerbs bestand darin, wirksame Umweltschutzmaßnahmen durchzuführen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der anderen Schüler und Einwohner der Stadt oder des Dorfs auf die bestehenden Umweltprobleme zu lenken.

    Die Jury bewertete alle Forschungsarbeiten und wählte die 22 besten Projekte für die Teilnahme an der ersten Internationalen Jugendumweltkonferenz in Moskau aus. Die drei dort gekürten Siegerteams werden wiederum an einem Umweltcamp im Sommer 2015 teilnehmen.

    Die gemeinschaftliche Verpflichtung zu Umweltschutz und der Erhaltung des Weltfriedens

    Neben der Vorstellung der besten Wettbewerbsprojekte in deutscher Sprache wurden auf der internationalen Jugendumweltkonferenz zahlreiche Vorträge gehalten und Workshops mit den eingeladenen Experten und WissenschaftlerInnen aus Deutschland und Russland durchgeführt.

    Den TeilnehmerInnen der Konferenz wurde eine Videobotschaft des 17-jährigen deutschen Umweltaktivisten Felix Finkbeiner gesendet, welcher 2007 mit Unterstützung der Vereinten Nationen das Baumpflanzprojekt «Plant-for-the-Planet» organisierte. Plant-for-the-Planet ist eine Schulinitiative zur Förderung von  „Klimagerechtigkeit“.

    Auf der Umweltausstellung gaben Russische Organisationen Einblick in ihre Tätigkeiten. In der „Welt der Henkelforscher » konnten die Teilnehmer selbst chemische Experimente durchführen. Den begleitenden Lehrern bot sich die Möglichkeit zur Teilnahme an Fortbildungskursen.

    Mit einer Unterschrift unter das Umweltmanifest (s.o.) verpflichtet man sich, persönlich Verantwortung für die Umwelt in der eigenen Stadt oder im eigenen Dorf zu übernehmen und sich weiter für die Verbesserung der Umweltsituation zu engagieren. Mit Rückblick auf die aktuelle politische Situation ist dieses Dokument nicht nur für den Schutz des Klimas und der Umwelt wichtig, sondern setzt zudem ein wichtiges Zeichen für eine friedliche Koexistenz zum Wohle der gesamten Menschheit.

    Der Text des Manifests wurde unter der Leitung von Ilse Helbrecht, Professor für Kultur- und Sozialgeographie des Instituts für Geographie der Humboldt-Universität zu Berlin, und Angelina Davydova, der Leiterin des russisch-deutschen Büros für Umweltinformation (RNEI) in St. Petersburg ausgearbeitet.

    Projektpartner

    • Institut für Meereskunde der Russischen Akademie der Wissenschaften Moskau
    • Staatliche Lomonosovuniversität Moskau
    • Zentrum zur Erforschung von Umwelt und Technik an der Universität Bremen,
    • Geographisches Institut der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät an der Humboldtuniversität Berlin
    • Institut für Geographie der Freien Universität Berlin


    Das Projekt „Umwelt macht Schule“ wird vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation unterstützt.

    Mit der offiziellen Eröffnung der Konferenz begann auch die Ausstellung „Umdenken – von der Natur lernen“, die vom 11. bis 30. April im Kulturzentrum ZIL  zu sehen ist.

    Informationspartner der Konferenz

    • Internet Verlag Recycle
    • Russisch-deutsches Büro für Umweltinformation (RNEI)


    Das  „Jahr der deutschen Sprache und Literatur in Russland 14/15“ setzt das erfolgreiche „Jahr Deutschlands in Russland 2012/13 fort. Im Rahmen dieses Jahres sind etwa 200 Veranstaltungen in über 25 russischen Städten geplant, die den Themen Sprache, Bildung und Kultur gewidmet sind. Die Organisatoren des Projekts, das Auswärtige Amt und das Goetheinstitut, möchten damit den Dialog zwischen den Zivilgesellschaften in Deutschland und Russland in der angespannten politischen Situation fördern.